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Was mich gerade beschäftigt
Glück bedeutet für jede/n etwas Anderes. Während der eine vom Lottogewinn träumt, ist es für die andere die erfolgreiche Krebsbehandlung. Ein dritter sieht sein Glück in einer harmonisch zusammenlebenden Großfamilie. Manchmal reicht sogar schon der gelungene Umstieg in einen Anschlusszug für ein Glücksgefühl aus. Glück ist nämlich rein subjektiv.
Letzte Woche ist mir gleich mehrmals das Glück begegnet
Zuerst in der Frage von Jasmin, ob man Glück trainieren kann. Die brachte mich ins Grübeln. Sollen wir jetzt auch noch unsere Gefühle optimieren? Ist es möglich, Glücksgefühle aktiv zu „trainieren“, als sei alles machbar und erreichbar? Muss Glück erarbeitet und verdient werden? Fällt das Glück wirklich nur dem Tüchtigen zu, wie es uns ein altes Sprichwort lehren will?
Ich fühle mich mit diesen Gedanken nicht wohl; meine Abwandlung des Satzes wäre „zufrieden sein kann man trainieren“ oder „sich glücklich fühlen kann man lernen“. Glück ist für mich ein großes Ganzes und nicht „herstellbar“. Es kann nur in kleinen Puzzle-Stücken "entdeckt" werden; die Aufmerksamkeit für diese Entdeckungen, die können wir trainieren.
Eine große Portion Glück
... begegnete mir in meiner ersten Online Vorlesestube. Ein glückliches Zusammentreffen von neun Menschen, die mit Buchstabenzauber einen Wohlfühlabend gestalteten. Angelika las aus ihrem Buch über Glückliches Leben vor und Kerstin ihr Märchen über das Glückshemd. Es gab Geschichten aus fernen Ländern und aus anderen Zeiten.
Glücklich waren am Ende alle: die sechs Vorleserinnen, weil sie ihre Geschichten und Texte mit aufmerksam Lauschenden teilen konnten, und alle Zuhörerinnen über neue Inspiration und Herzenswärme. Alle gingen beschenkt "nach hause". Fortsetzung folgt, an jedem Zwanzigsten ab 19 Uhr.
Und mein eigenes Glück, wo bleibt das gerade?
Rollt es mir als Glücks-Cent vor die Füße oder entdecke ich mein Glück in kleinen Alltagsdingen?Kann ich das, was mir passiert, als Glück begreifen?
Aktuell scheint sich mein Wunsch zu erfüllen, die Zeit im Aushilfsjob zu verringern oder sogar ganz zu beenden und dann mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Ich arbeite jemanden ein - wer weiß, welche gute Lösung sich daraus ergibt. Bisher fühlt es sich noch nicht nach Glück an, die Veränderung will erst einmal einsortiert werden und das Wieder-Loslassen geübt. Es fehlt sozusagen mein Glücks-Stempel darauf.
Ich glaube nicht, dass man Glück trainieren kann. Ich glaube, ausschlaggebend ist tatsächlich, wie wir eine Situation und unser Erleben definieren.
Vielleicht schaut so das kleine Glück aus
- direkt neben der Ferienwohnung, in der ich im August eine Woche verbrachte, eine Tapas-Bar vorfinden. 5 Stufen zum Glück, zu leckerstem Essen und Wein
- witzige Postkarten entdecken und Freude per Schneckenpost weiterverteilen
- beim Tagesausflug nach Marburg eine Stadtrundfahrt vom Feinsten erwischen mit einer Bimmelbahn durch die Kopfsteinpflasterstraßen und toll aufbereiteter Information über die Lautsprecher
Und dann gibt es ja auch noch das große Glück
Das begegnet mir am kommenden Wochenende in Form einer neuen Verbindung, bei der Feier einer Hochzeit in der Familie. Es werden sooooo viele Glücks-Wünsche durch die Luft fliegen, bestimmt nimmt jeder Gast auch ein Stück Glück mit nach hause.
Die Frage zum Weiterdenken
Finden wir das Glück oder findet uns das Glück? Wie funktioniert das eigentlich?
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