Die gute Idee zum Schluss
Anfang März lernte ich Punchinello kennen; seine Geschichte möchte ich dir heute als Schluss-Impuls mitgeben. Geschrieben hat sie Max Lucado.
In einem kleinen Dorf leben schon seit vielen Jahrhunderten die Wemmicks. Sie sind Holzpuppen und haben eine besonders merkwürdige Angewohnheit; sie laufen nämlich herum und kleben sich gegenseitig Aufkleber an.
Goldene Sterne für die, die etwas besonders gut können, schön aussehen oder schnell laufen können. Oder klug reden.Und graue Punkte für die anderen. Für die, die stolpern, die Fehler machen. Oder einfach nicht besonders beeindruckend wirken.
Eine dieser Holzpuppen heißt Punchinello. Er bekommt besonders viele graue Punkte. Weil er oft hinfällt, weil seine Farbe schon ein bisschen abgeblättert ist und weil er manchmal nicht weiß, was er sagen soll. Mit der Zeit glaubt Punchinello selbst, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
Bis er eines Tages Anna, eine andere Holzpuppe, trifft. An ihr kleben weder Sterne noch Punkte. „Wie machst du das?“, fragt Punchinello erstaunt. „Ganz einfach“, sagt sie. „Ich gehe jeden Tag zu Eli, dem Holzschnitzer, der uns gemacht hat.“
Also geht Punchinello auch zu Eli. Der schaut ihn an, lächelt und sagt:„Die Aufkleber zählen nicht. Sie bleiben nur kleben, wenn du ihnen glaubst.“ Und als Punchinello das hört, fällt ihm plötzlich ein grauer Punkt von der Schulter. Und als nächstes purzelt einer vom rechten Arm herunter, … und viele andere folgen nach und nach ...
Vielleicht ist es bei uns Menschen ähnlich. Auch wir sammeln im Laufe unseres Lebens viele „Aufkleber“ – Bewertungen, Erwartungen, Selbstkritik. Und irgendwann glauben wir, dass sie etwas über unseren Wert sagen.
Zufrieden sein mit sich selbst beginnt vielleicht genau dort, wo wir anfangen, diesen Aufklebern nicht mehr alles zu glauben.
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