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Dabei geht es zum einen um Veränderungen, die uns "passieren", die wir uns also nicht gewünscht haben, die unerwartet sind.
Bereits ein verstauchtes Handgelenk behindert beim Socken Anziehen, ein plötzlicher Wintereinbruch bringt den Wochenend-Ausflug durcheinander, die Erkältungswelle wirft die Arbeit von drei Kollegen auch noch auf Deinen Schreibtisch - schon bei kleinen Veränderungen gerät unser Alltag aus dem Takt.
Umso größer ist die Wirkung großer, unausweichlicher Veränderungen. Kündigung, schwere Erkrankung, Pflegebedarf für ein Familienmitglied, Trennung vom Partner ...
Hier wird unsere Akzeptanz gefordert, ein Sich-in-die-neue-Situation-hineinfinden. Das gelingt umso besser, je geübter wir damit sind.
Die Bereitschaft unseres Gehirns, Neues zu lernen, spielt dabei eine große Rolle. Zunächst möchte unser auf Energiesparen orientiertes Gehirn Gewohntes beibehalten. Anpassungen und Lernen benötigen mehr Energie - erst recht, wenn dies nur selten gefordert wird.
Die typische Empfehlung hierzu lautet, dass wir das Zähneputzen mit "der anderen" Hand üben sollen... oder die Standard-Spaziergehrunde mal in umgekehrter Richtung gehen.
Mir gefällt das Ausprobieren eines Lokals mit neuen, ungewohnten Aromareizen wesentlich besser. Libanesisch war für mich eine Offenbarung!
Und mit welchen interessanten und spannenden neuen Reizen hältst Du die Veränderungsfähigkeit Deines Gehirns fit?
Und dann sind da natürlich auch die Veränderungen, die wir uns erhoffen und erbitten.
Wünsche - an die Menschen um uns herum, an den Wettergott, oder an uns selbst. Mit den Menschen in Deinem Umfeld wirst Du wohl sprechen müssen, damit sich etwas ändert. Zum Wettergott habe ich auch keinen guten Draht.
Einen Tipp habe ich jedoch für die dritte Kategorie: Wünsche an uns selbst sind oft wie eine Serie mit vielen Staffeln und endlosen Wiederholungen. Wir möchten uns optimieren, einem Idealbild näher kommen und einfach ein bisschen zufriedener werden - und fallen ganz oft wieder in alte, gewohnte Muster zurück. Das ist anstrengend und frustrierend.
Anfang 2025 habe ich von meiner Kollegin Jasmin Sabine Lotter die Technik der kleinen Schritte (Tiny Habits) kennengelernt. Damit habe ich Dinge tatsächlich ändern können. Nein - es ist kein Wunder eingetreten. Stattdessen hat es Spaß gemacht, Mini-Änderungen auszuprobieren und mich für die kleinen Erfolge zu feiern. So ist einiges geblieben und zur neuen Gewohnheit geworden; eine, die vorher ein Wunsch war. Wenn Dich das interessiert, melde Dich bei mir - ich erzähle Dir gern mehr davon.
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